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Gotthard Graubner
„Chapeau, mon ami“
Mai 1969 - Mai 2009 | 40 Jahre Galerie m
 


„galatea“, 1998



„hauch“, 2007



Galerie m in den 70er Jahren



Galerie m heute

Gotthard Graubner widmet seine Ausstellung „Chapeau, mon ami“ dem 40jährigen Bestehen der Galerie m Bochum und ihrem Gründer, seinem Freund Alexander von Berswordt.

Mit unbeirrbarer Konsequenz und eindrucksvoller Intensität lässt Graubner sich in seiner Malerei auf die Autonomie der Farbe ein und erforscht immer wieder auf’s Neue ihre Eigenschaften und die daraus resultierende irrationale Wirkung. Der bloßen Funktion eines Darstellungsmittels enthoben, ist die Farbe selbst grundlegendes Bildelement seiner Werke und entfaltet in zahlreichen Nuancen ein spannungsvolles Eigenleben, das über die zweidimensionale Bildfläche hinaus in einen eigenen Farb-Raum übergeht. Dabei verstrickt er sich, vor allem während des Entstehungsprozesses der objekthaften Farbraumkörper immer tiefer in ein „Abenteuer, [...] dass nie zu Ende geht.“(Graubner)

„Meine Bilder bauen sich auf im Wachsen des Lichts [...]“ Licht und Raum sind für Graubner bei der Installation seiner Malereien von besonderer Bedeutung. In den großzügigen, lichtdurchfluteten Räumen der Galerie m inszeniert er einen symbiotisch anmutenden Dialog der Bilder mit dem Raum. Die mit Farbe gesättigte Ebene atmet: Durch seine Positionierung der Farbraumkörper lässt er nun den Galerieraum atmen.

Max Imdahl nannte Graubners Farbräume „Empfindungsräume.“ Wie zutreffend dieser Begriff ist, zeigt sich deutlich an den Farbraumkörpern aus den 80er Jahren bis heute. Die Kissenbilder mit ihrer kontrastreichen, intensiven Koloristik, entziehen sich in ihrer Farbwirklichkeit der rationalen Beherrschung durch den Betrachter. Die innere Bewegtheit des malerischen Gestus wird durch das Volumen dieser Werke noch gesteigert, so dass sie buchstäblich in den Raum hineinzugreifen scheinen. Farbe und Malgrund verbinden sich nachvollziehbar zum Farbkörper, zum „malerischen Organismus.“ Zarte Bildobjekte, die mit Perlon bespannten Schaumstoffkissenbilder der 60er und frühen 70er Jahre bergen dagegen die immaterielle Erscheinung von Farblicht in sich. Als Lichttrampoline werden sie von Graubner bezeichnet.

Seine Werke interagieren miteinander, mit dem Raum und dem Betrachter. Die Farben pulsieren und verändern sich – an der Erforschung der„unterschiedlichen Wirkung der Farbschichten“ arbeitet der Künstler bis heute.


Mai 1969 - Mai 2009 | 40 Jahre Galerie m Bochum

Seit 40 Jahren entwickelt sich das Programm der Galerie m in enger Zusammenarbeit mit ihren Künstlern. 1969 von Alexander von Berswordt gegründet und 1972 in den großzügig konzipierten Ausstellungsräumen im Parkgelände Haus Weitmar beheimatet, hat sich die Galerie m seit jeher für ein progressives Programm eingesetzt.
Die Galerie blickt auf eine intensive Zusammenarbeit mit Künstlern wie François Morellet, Lee Ufan, Richard Serra, Arnulf Rainer und Gotthard Graubner zurück, denen sie seit ihren Anfängen verbunden ist. Während in den Anfangsjahren vor allem die Neue Konkrete Kunst im Mittelpunkt stand, entwickelte Susanne Breidenbach in den frühen 90er Jahren zusätzlich einen bemerkenswerten fotografischen Schwerpunkt: KünstlerInnen wie Lucinda Devlin, Thomas Florschuetz, Evelyn Hofer, Dirk Reinartz und Aino Kannisto sind hier zu nennen.
Susanne Breidenbach ist seit der Übergabe im Jahr 2003 Eignerin der Galerie m. Jeweils eine der vier Ausstellungen im Jahr widmet sie einer neuen künstlerischen Position, wobei ganz verschiedenen Medien Raum gegeben wird. Werke von Carla Guagliardi, Sybille Berger, Melanie Manchot, Jan Wawrzyniak oder Laura Letinsky vermittelten in den vergangenen Jahren den Besuchern einen spannenden Einblick in das aktuelle Kunstgeschehen.

Die Galerie m zelebriert den Anlass 40 Jahre Galerie m Bochum mit einer Ausstellungs-Trilogie und verweist damit auf die Kunst selbst, die im Zentrum aller Aktivitäten steht. Bereits im November eröffnete die Ausstellung M back to m, von François Morellet (Frankreich, *1926) mit den neuesten Werken des Künstlers. Von Februar bis Mai 2009 war erstmalig eine Ausstellung von Peter Wegner (USA, *1963) mit dem Titel P,E,T,E,R,W,E,G,N,E,R, zu sehen. Seine in Europa noch unbekannte künstlerische Position steht in der Tradition der Konkreten Kunst, bzw. der Minimal Art. Diese wird jedoch aus der Distanz reflektiert, woraus Wegner gänzliche neue künstlerische Formulierungen entwickelt.

„Chapeau, mon ami“ von Gotthard Graubner (geboren 1930 in Erlbach im Vogtland) umfasst in der Werkauswahl die Zeitspanne von 40 Jahren. Zusammen mit dem Künstler und Ihnen, den Freunden der Galerie, Sammlern, Kuratoren, Kritikern – unseren Wegbegleitern – möchten wir am Freitag, dem 15. Mai unser 40jähriges Bestehen feiern!