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Marta Guisande
Neue Malereien


Die Galerie m Bochum zeigt in einer Ausstellung vom 4. April bis 21. Juni 2008 Neue Malereien von Marta Guisande
(geboren 1965 in Sevilla, lebt und arbeitet in Köln).

 












Hinter Marta Guisandes scheinbar monochromen Bildern verbirgt sich ein komplexes Gefüge aus Farbe und Struktur. Schicht für Schicht arbeitet sich die Künstlerin voran, ohne zu wissen, wohin der Weg sie führen wird. Auf der Suche nach Stimmigkeit und einer Selbstverständlichkeit, wie sie in Naturerscheinungen zum Ausdruck kommen, entwickelt sich das Werk sukzessive. Die Vorgehensweise ist intuitiv, das Ergebnis bleibt bis zum Schluss offen. Während des Malprozesses, der über Wochen und Monate dauern kann, baut sich die Substanz der Bilder auf, ergeben sich überraschende Wendungen und Facetten, entwickelt sich ein visueller Rhythmus – innerhalb eines Werkes oder bei mehrteiligen Arbeiten zwischen den einzelnen Elementen. Im Kontext der Ausstellung treten zuletzt auch die gezeigten Werke in Beziehung zueinander, wodurch eine außergewöhnliche atmosphärische Wirkung erzielt wird.

Guisande lässt sich von den malerischen Mitteln leiten anstatt ihnen Motive oder einen künstlerischen Gestus aufzuzwingen. Diese Zurückhaltung des eigenen Egos, die der Suche nach einer inneren Richtigkeit und Authentizität entspricht, spiegelt sich in der ruhigen Gelassenheit und dem sensiblen Gleichgewicht der Werke wieder.

Die Bildstruktur entsteht durch wiederholtes Auftragen und Reduzieren von Farbschichten. Die Künstlerin wischt, kratzt, klatscht Farbe großflächig von einem anderen Bildträger ab – einen gestischen Farbauftrag mit Pinsel wird man in ihrem Werk vergeblich suchen. Durch das ständige Auftragen und Freilegen der Farbe erzeugt Guisande eine stumpfe, offenporige Oberfläche, die zu atmen scheint und die Pigmente gleichsam aus sich heraus leuchten lässt.

Symmetrien und Schemen, wie sie in Schachbrettmustern und horizontalen Linien angelegt sind, erfahren während dieses Prozesses subtile Abweichungen. Graphische Spuren auf pflanzenartige Verästelungen oder Wolken können als abstrakte Formen gelesen werden, erweitern das Werk jedoch gleichzeitig um eine poetische Ebene.

Der motivischen Absichtslosigkeit entspricht auch die Dominanz von Grau. Grau ist neutral und gleichzeitig flexibel. Andere Farben, wie Rot, Grün oder Orange, die Guisande wohl dosiert in ihre Malerei einbringt, gewinnen neben dieser „Unfarbe“ an Leuchtkraft und werden verstärkt wahrgenommen – ohne jedoch die zarte Balance der Werke zu zerstören.