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Lucinda Devlin
Subterranea
Vom Menschen erschlossene Höhlen und Gletscher stehen im Mittelpunkt der Serie Subterranea von Lucinda Devlin (* 1947 in Ann Arbor, Michigan), die vom 30.1. bis zum 29.3.2008 erstmals in der Galerie m Bochum zu sehen ist.


 


Skyline Caverns #2
Front Royal, Virginia 1980



Glacier Paradise at the Matterhorn #3
Zermatt, Switzerland 2007



Salt Cathedral #2
Zipaquirá, Colombia 1985

Über 20 Jahre hat Lucinda Devlin verschiedene Länder und Kontinente bereist, um unterirdische Räume zu fotografieren. Die Serie, die sie als solche erst im Jahr 2006 zusammengestellt hat, umfasst u.a. Aufnahmen von Heilstollen in Deutschland, touristisch erschlossene Höhlen in Amerika, die „Salt Cathedral“ in Kolumbien sowie ein Gletscher am Matterhorn in der Schweiz.

Wie in ihren anderen Serien (z.B. The Omega Suites, Corporal Arenas) hat Devlin kulturhistorische Orte gewählt, bei deren Wiedergabe sie jedoch bewusst auf die unmittelbare Darstellung des Menschen verzichtet. Die Fotografin stellt die zeichenhafte Präsenz des Menschen in den Vordergrund, die in Form von Handläufen, Bodenmatten, Mülleimern, Glühbirnen und Liegestühlen gegeben ist. Damit unterscheiden sich ihre Bilder im Wesentlichen von den Aufnahmen, die potentielle Höhlenbesucher und Heilsuchende ansprechen sollen. Der charakteristische kühl-distanzierte Blick der Fotografin rückt damit die Absurdität und Skurrilität der menschlichen Eingriffe, die wie Fremdkörper wirken, in den Vordergrund. Gleichzeitig hat der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes Licht ins Dunkel gebracht, wodurch zum einen die Schönheit der Felsformationen zum Ausdruck kommt, zum anderen faszinierende Lichtsituationen entstehen, die teilweise einen „überirdischen“ Eindruck vermitteln. Gerade in dieser Wiedergabe des Lichtes und der Hell-Dunkel-Kontraste liegt ein besonderer Reiz von Subterranea.

Die Intensität dieser Fotografien liegt in der Unabhängigkeit der einzelnen Bilder gegenüber deren narrativem Bildinhalt. D.h. der Betrachter kann sie genauso gut lesen wie aber auch sehen. Die Werke transportieren nicht ausschließlich Sinn und Inhalt, sondern haben darüber hinaus eine starke bildliche Präsenz, die ein sinnliches Gegenwartsbewusstsein hervorruft.