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Claus Goedicke
Monochrome
Die Galerie m Bochum zeigt vom 26. Februar bis 23. April 2016 eine Werkgruppe monochromer Bilder von Claus Goedicke.

 


X-29, 2002



IX-34, 2001

Claus Goedicke (*1966, lebt und arbeitet in Berlin) geht in seinem fotografischen Werk der Darstellung von Alltagsgegenständen nach, zuletzt in seiner Serie „Some Things“. Sein Interesse gilt darüber hinaus auch der Beziehung zwischen Objekt und Bildraum. Die Farbgestaltung seiner Bilder spielt hierbei eine wesentliche Rolle, die in den monochromen Bildern (2001-2003) auf besondere Weise zum Ausdruck kommt.

Claus Goedicke sammelte über Jahre leere Kunststoffflaschen unterschiedlicher Farbigkeit und entfernte deren Etiketten, um sie anschließend in Szene zu setzen. Die Fotografie erscheint ihm als prädestiniertes Medium, um der spezifischen Materialität und Farbigkeit dieser Gegenstände gerecht zu werden.
Die opaken Flaschen sind zentral im Bild positioniert und werden von wechselndem Tageslicht beleuchtet. Der Hintergrund entspricht in der farblichen Gestaltung dem jeweiligen Objekt. Diese Monochromie im Zusammenspiel mit den mal mehr, mal weniger akzentuierten Horizontlinien reduziert die räumliche Wirkung und lässt die Flaschen in der Wahrnehmung pulsieren, indem sie sich mit den umgebenden Flächen verbinden und gleichzeitig plastisch hervortreten.

Die Beschaffenheit des Kunststoffes und dessen Farbigkeit nehmen das Licht und die Farbe des Umraumes auf. „Die Plastikgefäße sind die Protagonisten meines Forschens über die Möglichkeiten der Farbe in der Fotografie.“ Die Reflektionen, die sich auf der Oberfläche abzeichnen, beschreiben die Form der Gegenstände und verstärken den Eindruck von Plastizität. Der Blick folgt der sich graduell entwickelnden Farbe, den Farbnuancen, die subtil auf die räumlichen Gegebenheiten und Lichtverhältnisse verweisen.
Gleichzeitig stößt der Betrachter immer wieder auf Details, die den Fluss des reinen Schauens stocken lassen. Gemeint sind die Gewinde an den Flaschenöffnungen, Nähte, die vom Produktionsprozess zeugen, oder Druckstellen, die den Gebrauch dokumentieren.
Diese Verbindung von rein bildnerischen Überlegungen mit einem dokumentarischen Ansatz wie Einflüssen aus der angewandten Fotografie ermöglichen einen veränderten Blick auf die uns umgebende Warenwelt. Die ursprüngliche alltägliche Funktion der Gegenstände schwingt trotz der Abstraktion mit, sodass die Bilder sowohl als autonome Bilderfindungen, wie auch als Zeitdokument wahrgenommen werden.

Die monochromen Fotografien von Claus Goedicke sensibilisieren unsere Wahrnehmung. Die Reduktion der Bildelemente und die subtilen Bildinformationen ermöglichen eine konzentrierte Betrachtung von Farbe, Form, Licht und Materialität.