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Sybille Berger
COLOUR | FARBE
24.07. - 27.10.2004
 








„Farbe ist mein Leben. Farbe ist meine Sprache, ist Ausdruck meiner Selbst“, sagt Sybille Berger. Was das für ihre Malerei bedeutet ist in der ersten Einzelausstellung der Künstlerin in der Galerie m Bochum zu sehen.

Mit einer unglaublichen Präsenz erfüllen die kräftigen, leuchtenden horizontalen Farbbänder auf großformatigen Leinwänden die Räume der Galerie m. Die 1962 in Stuttgart geborene und seit 1993 in London lebende Künstlerin Sybille Berger teilt ihre Bildflächen entweder in vier, oder, wie in ihren neusten Arbeiten, in drei horizontale Farbbänder. Dabei sind alle ihre Leinwände auf ein einziges Format festgelegt. In der Reduktion des Formates findet sie die größtmögliche Variationsvielfalt innerhalb der Bildfläche. Zudem ist die Größe des Formates entscheidend für die unmittelbare, physische Wirkung auf den Betrachter.

Sybille Berger trägt die zumeist aus Farbpigmenten selbst gemischten Acrylfarben schichtweise mit einer Rolle auf die Leinwand auf, bis sie sich zu einer gleichmäßigen, vollkommen glatten Farbfläche verdichten.
Durch die Verdichtung der vielfach, bis zu mehr als 150 mal übereinander gerollten Farbe, erhalten die Farbbänder eine ganz eigene Körperlichkeit. Doch jegliche Spuren des Farbauftrags oder eines malerischen Duktus, alles was die Konzentration von der Farbe selbst ablenken könnte, ist aus den Bildern von Sybille Berger eliminiert. Die Farbe selbst ist hier die Spur.

Es geht ihr um die Beziehungen der Farben untereinander und um die Wirkung der jeweiligen Farbkombinationen auf den Betrachter. Die Farbauswahl für jedes Bild entsteht intuitiv. Dabei beziehen sich die Farben auf Aspekte der eigenen Identität, Erinnerung, Reflektionen der Vergangenheit und deren Übertragung in die Gegenwart.

Indem die Künstlerin jedes narrative Element verweigert und die Farbe allein sprechen lässt, erhält diese eine Realität außerhalb des Konkreten. Sie ist konkret als auch abstrakt zugleich, wirkt in ihrer physischen als auch metaphysischen Präsenz. So geht die Wahrnehmung von Klarheit und Abgrenzung, Fragmentierung und Zusammensetzung, Trennung und Anziehung über die bloße Bild- und Farbwahrnehmung hinaus.
In ihrer extremen „Leere“ als auch in der Wirkung der Farben eröffnen die Bilder von Sybille Berger trotz aller geometrischer Strenge und Präzision eine intuitive Rezeptionsebene und werden quasi zu einer Projektionsfläche für den Betrachter.