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Antje Dorn
Passage


N° 40 aus der Serie Passage, 2016
Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm



N° 45 aus der Serie Passage, 2017
Öl auf Leinwand, 220 x 180 cm

Die Galerie m Bochum zeigt vom 7. September bis zum 22. Dezember 2017 mit der Ausstellung „Passage“ die neue Malereiserie der in Berlin lebenden Künstlerin Antje Dorn (*1964 Aachen). Die 45 Ölgemälde unterschiedlichen Formats entstanden zwischen 2015 und 2017 und thematisieren den gehenden Menschen, so wie man ihm in der Stadt täglich begegnet.

Mit der Serie „Passage“ widmet sich Antje Dorn der wohl selbstverständlichsten Bewegungsart des Menschen. Paradoxerweise bleibt der Charakter der Gemälde, mit den festen, konzentrierten Pinselstrichen und den abgegrenzten und sorgfältig komponierten einfarbigen Flächen, dennoch ruhig und statisch. Die Bilder zeichnen sich durch Dorns spezifische Formensprache aus, mit der sie ihre Figuren vereinfacht, mit wesentlichen Attributen versieht und gleichzeitig typisierend darstellt.

Ein Fries aus 32 kleinformatigen Bildern zeigt jeweils ein bis zwei voranschreitende Personen im Profil. Die Gesichter sind nur leicht angedeutet ohne individuelle Züge. Der zweigeteilte Hintergrund schafft mit der Andeutung eines Untergrundes einen minimalen Raumeindruck und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gehenden, die sich in Alter, Geschlecht, Hautfarbe, Körperbau und -haltung unterscheiden. Die Kleidung sowie die gewählten Accessoires lassen auf einen städtischen Kontext schließen und definieren verschiedene Typen. Gerade diesen Details wohnt eine Zeichenfunktion inne. Aus wenigen Hinweisen entwickeln sich Assoziationen rund um das Wesen und die Umstände der dargestellten Fußgänger. Immer wieder findet sich der für Antje Dorn so typische humorvolle Umgang mit dem Sujet, wenn etwa eine elegant gekleidete Frau mit zwei großen Schraubenschlüsseln unterwegs ist und damit thematisch an die Zeichnungsserie „Motorgirls“ erinnert.

Weitere, zum Teil großformatige Werke der Serie, auf denen die Schreitenden vor einem monochromen Bildgrund zu schweben scheinen, weisen einen freieren kompositorischen Aufbau auf. Dorn nutzt hier ihre Gestaltungsmittel spielerischer und schafft mit der Wahl von Größe und Platzierung der einzelnen Figuren Räumlichkeit oder neue Gewichtungen. Durch den Verzicht auf eine konsequente perspektivische Darstellung wirken die Bilder manchmal wie collagiert, insbesondere durch das wie zufällig wirkende Nebeneinander der Passanten. Hier wird die Anonymität der Großstadt spürbar. Die Protagonisten telefonieren, blicken oder tippen während des Gehens auf ihr Smartphone, andere tragen Sportbekleidung oder halten Einkaufstaschen. Das zielgerichtete, auf sich selbst konzentrierte Verhalten offenbart Eigenheiten, die sich bei vielen Zeitgenossen und möglicherweise auch bei uns wiederfinden. Die „Passage“-Bilder sensibilisieren uns, einmal mehr mit einer für Antje Dorn typischen Leichtigkeit, für Alltagsphänomene in der uns umgebenden Gesellschaft und Welt.