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Skulpturen im Schlosspark Haus Weitmar
Im Schlosspark Haus Weitmar verbinden sich Natur und Kultur auf eindrucksvolle Weise:

Malerisch inmitten des alten Baumbestandes gelegen laden zeitgenössische Skulpturen, kulturhistorische Denkmäler,
das Museum Situation Kunst und die Galerie m Bochum ein, auf Entdeckungstour zu gehen.


 


Lee Ufan, Relatum 1977



Erich Reusch



Lee Ufan, Relatum - Holzwege

Neben den Gebäuden neueren Datums wie Museum und Galerie, kann man die Ruine der Sylvesterkapelle, die bereits 1397 urkundlich erwähnt wurde und die Schlossruine Haus Weitmar aus dem 16. Jahrhundert besichtigen, deren Zerstörung auf einen Fliegerangriff im Zweiten Weltkrieg zurückgeht.

Ein großer Teil des Baumbestandes im Schlosspark Haus Weitmar stammt noch aus dem 18. Jahrhundert. Darunter sind gewaltige Esskastanien, Eiben, Eichen und Buchen; zahlreiche dieser Bäume stehen heute unter Naturschutz. Besonders beeindruckend ist die Baumruine einer der ältesten Süntelbuchen Deutschlands. In den 80er Jahren wurde der Park um eine neue Generation an Bäumen (auch außereuropäischer Herkunft) ergänzt: Mammutbäume, Gingkos, Hemlocktannen, eine prachtvolle Douglasie, der Eisenholzbaum oder die Trauerblutbuche und andere mehr. Vom Park aus führt ein Wanderweg bis an die Ruhr in Dahlhausen.

Nicht nur die Natur verweist auf andere Kontinente. Einige der Skulpturen, die es in Nachbarschaft der kulturhistorischen Denkmäler zu entdecken gibt, stammen von Künstlern aus Asien oder Nordamerika.
Mit der Errichtung des Gebäudes der Galerie m Bochum im Jahr 1972 und der Öffnung des sich im Privatbesitz befindlichen Parks für die Öffentlichkeit ging die Platzierung von zeitgenössischen Skulpturen einher. Die Skulpturen von Lee Ufan sind durch Stiftung des Künstlers heute Teil der Sammlung der Situation Kunst.

Die Skulpturen im Park stammen von Lee Ufan, Richard Serra, Erich Reusch, Ulrich Rückriem und Giuseppe Spagnulo und sind der Neuen Konkreten Kunst zuzuordnen. Die Bezeichnung "konkret" verweist darauf, dass diese Skulpturen nichts anderes darstellen als das, was sie sind: Objekte aus Stahl und/oder Stein. Die an ihnen vorgenommenen Arbeitsprozesse sind immer nachvollziehbar und bilden konstitutive Elemente der geometrischen Formensprache. Die Wahrnehmung einer solchen Skulptur kann jedoch auch über die realen Gegebenheiten hinausweisen und somit Überlegungen und Assoziationen auslösen, die auch im metaphorischen Sinne verstanden werden können.

Die Skulpturen existieren in ihrer Materialität und in ihrer Beziehung zum Raum – kein bewusster ideologischer oder figürlich illustrierender Ausdruckswille liegt ihnen zugrunde. Die unmittelbare und persönliche Raumerfahrung des Einzelnen wird zum Bestandteil der Werke, wodurch der Begriff der Skulptur eine kategoriale Erweiterung erfährt, die über das Objekt selbst hinausweist. So wird die Skulptur zum Ort einer direkten physischen Erfahrung von Material und Raum, die eine neue Bedeutung des Kunstwerks schafft.

Das Weitmarer Ensemble bildet durch die Verbindung zwischen der Parklandschaft mit den in ihr platzierten Skulpturen, der Galerie m Bochum mit ihren wechselnden Ausstellungen zur Gegenwartskunst und dem ebenfalls im Park Haus Weitmar angesiedelten Museum Situation Kunst (für Max Imdahl) einen vielfältigen Kunstraum.

Die Situation Kunst (für Max Imdahl) ist ein Museum für zeitgenössische Kunst, welches Environments von Maria Nordman, David Rabinowitch und Richard Serra sowie vier Räume mit Werken der Künstler Gotthard Graubner, Norbert Kricke, Arnulf Rainer und Jan J. Schoonhoven beinhaltet.

Seit dem 8. September 2006 ist auch die Erweiterung mit Werk-
räumen von Gianni Colombo, François Morellet und Lee Ufan, des weiteren Räumen mit Werken alter Kunst aus Afrika und Asien der Öffentlichkeit zugänglich. Die Situation Kunst ist Teil der Kunst-
sammlungen der Ruhr-Universität Bochum und Lehrsammlung des dortigen Kunsthistorischen Instituts.

Skulpturen in Bochum
In Bochum sind weitere Werke der Künstler zu finden, deren bildhauerischen Arbeiten wir im Park begegnen. Genannt sei an dieser Stelle Terminal (1977/79) von Richard Serra gegenüber dem Hauptbahnhof, die Installation von Erich Reusch (1969/78), vor dem Finanzamt an der Castroper Straße, die Plastik von François Morellet (1980) - zwei gerade Segmente, eines horizontal, das andere vertikal am Springerplatz, oder Giuseppe Spagnulos Grande Ruota Ferro Spezzato (2000), das seit dem 31. August 2006 als private Dauerleihgabe vor dem Museum Bochum installiert ist.
Weitere Skulpturen finden sich zudem in der Kunstsammlung und auf dem Campus der Ruhr-Universität Bochum.
Eine ca. 20minütige Autofahrt entfernt ist zudem in beeindruckender Weise Richard Serras Bramme auf der Schurenbachhalde zu sehen.

Ein Skulpturenführer für den Park ist kostenlos in der Galerie m erhältlich.